Im Oktober 2025 war es wieder soweit. Für die Zirkus der Sterne e.V ging es gemeinsam mit Kids Smile e.V. wie bereits im letzten Jahr in die ukrainische Stadt Ushgorod an der Slowakischen Grenze. Mit einem Anhänger und einem Transporter voll mit Requisiten reisten wir spät Abends in Ushgorod an. Gemischte Gefühle machten sich breit, je näher wir dem Grenzübertritt kamen. Nach einigem hin und her mit den Beamten an der Grenze hatten wir es dann doch geschafft. Wir waren in der Ukraine. Bekannte Straßen und Orte nahmen einen Teil der unterschwelligen Anspannung, die wohl doch in jedem von uns schlummerte. Anspannung vor dem ersten Projekttag, Anspannung vor dem Wiedersehen mit den Schüler*innen des Internats für gehörlose Kinder und Jugendliche, Anspannung beim Gedanken an die Realität des Krieges in diesem Land.

Der besagt erste Tag kam. Die Kinder kamen an. Ein herzlicheres Wiedersehen hätte man sich nicht ausmalen können. Kontaktaufnahme mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. Kommunikation über jegliche Barrieren hinweg hinterließ Gefühle der Wertschätzung. Energie, Kreativität und Tatendrang machte sich in Kulturhalle des Padeons breit. Der Großteil der Kinder und Jugendlichen kannten sich bereits mit in den angebotenen Zirkusworkshops aus. Eine Vertrautheit, die durch die Erlebnisse aus dem Projekt des letzten Jahres entstand, ermutigte sie dazu ihr Wissen an die neuen Zirkusartist*innen weiterzugeben. In kürzester Zeit entwickelte sich aus dem Können eine Show. Und so kam der Tag der Vorstellung. Die Augen der Kinder leuchteten stolz, wenn nach präsentiertem Trick das Publikum applaudierte. Die Nervosität, die hinter den Kulissen doch für kleineres und größeres Chaos gesorgt hatte, war wie weggeblasen, sobald die Manege von den jungen Artist*innen betreten wurde. Es hatte sich wieder gelohnt. Viele strahlende Gesichter verließen nach vollbrachtem Auftritt die Kulturhalle. Wir verabschiedeten uns. Die Vorfreude auf nächstes Jahr ist schon jetzt groß.

Die lachenden Gesichter bleiben uns in Erinnerung. Lachende Gesichter, trotz harter Schicksale in einem Kriegsland. Gesichter, die vielleicht genau wegen dieser schweren Schicksale lachten. Das Lachen wirkte manchmal wie Wiederstand gegen alles Negative, dass die Kinder schon erfahren mussten. In diesem Projekt wurden die Kinder und Jugendlichen gesehen, sie konnten über sich hinauswachsen und sich stolz präsentieren. Aus Ihnen wurden Sterne. Strahlenden, leuchtende Sterne, die hoffentlich ihr Lachen nicht verlieren.


